Reset – alles auf neu!
Alles neu macht Covid 19. Eigentlich ja der Mai und es ist doch erst März! Ende März 2020 – Vollbremsung, von 100 auf null. Oder nullkommafünf. Solo-Selbständig & Freiberufler, im Job angewiesen auf das funktionieren internationaler Teams, Reisefreiheit weltweit… Und jetzt das – krass! Nichts geht mehr, alle Projekte werden eingefroren… Und jetzt???
OK…, die Zeit nutzen. Das unangenehme zuerst, so habe ich es gelernt: Aufräummarathon, Frühjahrsputz, Steuererklärung, im Garten Hortensien raus, Wolfsmilchgewächse rein, der Klimawandel ist selbst hier angekommen. Freunde machen sich rar, solidarisch halten wir Abstand. Nachdem der erste Aktionismus vorbei ist, habe ich mehr Raum und Zeit – viel davon! Es ist jetzt Juli und beruflich ist keine Änderung in Sicht. Und langsam wird es enger… der Rubel rollt nicht mehr – und der Euro auch nicht…
Was also tun? Als erstes lerne ich Stadtgeschichte und werde: passionierte Fremdenführerin im Rahmen kulinarischer Stadtführungen. Aber das reicht natürlich nicht. Da waren doch diese wahnsinnigen Fotos vom letzten Herbst – die aus der Altstadt im Regen. Vielleicht kann ich damit was machen?! Zu allererst mache ich jetzt mal ein paar mehr davon. Dumm nur, dass es gerade partout nicht regnet! Dann aber doch – für morgen Abend ist Gewitter angesagt – tadaaa! 23 Uhr. Andere liegen jetzt im Bett – ich ziehe los, mit dem Stativ bewaffnet in meine geliebte Altstadt und: surprise surprise – die Bilder werden wieder spitze! Ich lasse Abzüge drucken, überlege, wie die wohl ‚in groß‘ aussehen könnten. Zeige sie Freunden – aaahhhs ernte ich…, und viele ooohhhs… Also – da muss doch was gehen?! Mein Unternehmergeist erwacht, ich unternehme etwas.
Ich suche mögliche Ausstellungsorte in der Altstadt, zeige die Bilder herum. Und wieder: überall offene Türen – alle lieben Koblenz. Und offensichtlich auch meine Bilder. Mach was daraus! OK, mache ich. Wer nicht wagt, der bekanntlich nicht gewinnt. Fachleute werden engagiert, basteln meine erste eigene Website, einen Flyer. Ein visionärer Werbeprofi lässt – völlig schmerzfrei – für viele Euros eines der Bilder drucken, Großformat auf Alu-Dibond. Das Ergebnis… haut mich um. Wow! Spätestens jetzt bin ich Feuer & Flamme. Wo könnte ich diese Bilder ausstellen? Gar nicht so einfach in Corona-Zeiten, kulturell kocht alles ja gerade auf Sparflamme. Aber egal – in Krisenzeiten handelt man antizyklisch, oder? Ich finde Mitstreiter, die an mich glauben, ich investiere, lasse 10 Bilder im Großformat drucken – Motto: nicht kleckern – klotzen! Und mein Wohnzimmer mutiert schlagartig zum Lager. Ruckzuck ist das erste Bild verkauft. Nächster Schritt: Ausstellen. In 3 Koblenzer Geschäften habe ich gefragt – und alle konnte ich dafür gewinnen, meine Bilder in ihren Räumen zu zeigen… September 2020, die Lunte brennt.
DANKE! an die, die an mich glauben, mich unterstützen. Ihr wisst schon: Helga I., Katja B., Martina W., Thomas M., Claudia B., Iris L., Torsten Sch., Team Worldkoblenz und nicht zuletzt Hans P. – Ihr – und Covid 19 – macht das möglich… Und jetzt.. bin ich supergespannt, was passiert.

2 Comments
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Großartige Story und schöner Artikel in der Rhein-Zeitung. Als begeisterter Hobbyfotograf wünsche ich viel Erfolg.
Toll ich bin begeistert. Seit über einem Jahr habe ich mich dem fotografieren zugewandt und habe viel freude daran. Ihre Bilder haben mich sehr inspiriert auch Nachts mal auf die Straße zu gehen.